Mittlerweile hat sich die Situation zumindest etwas entspannt, es gibt zwar immer noch kleine Nachbeben, aber die Häufigkeit hat stark abgenommen.
Bei S.E.E.D. wurde der Ausbildungsbetrieb wieder aufgenommen, aber aktuell findet der Unterricht in provisorischen Unterständen statt. Durch das Beben wurden auf dem Gelände viele Gebäude stark beschädigt und die Menschen fühlen sich seitdem in „massiven“ Gebäuden nicht wohl und halten sich dort nicht gerne auf.

Einige Gebäude sind nicht mehr nutzbar und müssen erneuert werden, andere können repariert werden.

Die Clotaires kümmern sich neben dem Wiederaufbau von S.E.E.D auch um die Bedürftigen. Sie leisten durch unsere Spenden humanitäre Hilfe, wo diese, nach Ihrem Ermessen, am dringendsten benötigt wird.
Aktuell liegt der Fokus hier darauf, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen: Essen, Wasser, Planen und andere Materialien für die Errichtung von Notunterkünften.
Sobald es weitere Neuigkeiten gibt , werden wir diese hier veröffentlichen.

Leider ist die Zahl der Toten weiter gestiegen, aktuell geht man von mindestens 2100 aus.
Es werden aber noch viele Personen vermisst und manche Regionen sind noch sehr schwer zugänglich.
Der starke Regen der letzen Tage hat die Situation leider auch noch verschlimmert. Das gesamte Ausmaß ist aktuell noch nicht absehbar.
Viele Leute schlafen noch immer im Freien, da es weiterhin Nachbeben gibt. Am vergangenen Donnerstag (19.08) gab es ein weiteres Beben der Stärke 5.0. Es kehrt also leider immer noch eine Ruhe ein.

Dieses Bild Zeit eine komplett zerstörte Klinik in der Nähe von S.E.E.D und den Clotaires

Leider gab es am 14.08.2021 ein schweres Erdbeben mit der Stärke 7,2 in Haiti.
Das Epizentrum des Bebens war in Saint-Luis-du-Sud nur ca. 35km von Les Cayes und S.E.E.D entfernt. Es wurden nach aktuellem Stand mindestens 1300 Menschen getötet, diese Zahl wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit noch deutlich ansteigen. Das Erdbeben erinnert stark an das verehrende Erdbeben von 2010 Nahe der Hauptstadt Port-au-Prince (Stärke 7,0).
Es wurden zahlreiche Gebäude (Kirchen, Schulen, Krankenhäuser und Wohnhäuser) stärkt beschädigt und zum Teil komplett zerstört.
Die Menschen halten sich aktuell größtenteils im Freien auf, da es immer noch Nachbeben gibt und die Gefahr groß ist, dass weitere Gebäude einstürzen.
Wir sind in Kontakt mit Doris und Frantz Clotaire, ihnen geht es soweit gut, aber der Schock sitzt natürlich sehr tief.
Es wurden leider auch bei S.E.E.D einige Gebäude massiv geschädigt.
Das größte Problem ist, dass das Land einfach nicht zur Ruhe kommt. Politisch gesehen und durch die Naturkatastrophen. Aktuell ist auch noch ein Tiefdruckgebiet im Anmarsch, das viel Regen bringen soll.

Aktuell ist das Wichtigste den Menschen vor Ort so gut es geht zu helfen.

Spenden sind in dieser Zeit natürlich besonders wichtig, um den Menschen Hilfe zukommen zu lassen.
Wenn Sie für die Opfer des Erdbebens spenden möchten, geben Sie bitte in Ihrer Überweisung als Verwendungszweck „Erdbeben“ an, damit dieses Geld dafür verwendet werden kann.
Dieses Geld kommt dann nicht zwangsläufig S.E.E.D zu Gute , sondern den Menschen in der Region, die auf schnelle Hilfe angewiesen sind.
Wir werden das Geld an die Clotaires überweisen, damit Pastor Frantz Clotaire vor Ort entscheiden kann, wer am dringendsten Hilfe benötigt. Diese Spenden werden hauptsächlich in die humanitäre Hilfe fließen.
Wir denken, dass das die beste Methode ist, um den Menschen zielgerichtet und schnellstmöglich zu helfen.

Bitte betet für Frieden und Bewahrung für das Land!

Spendenkonto:
Sparkasse Dachau
IBAN: DE32 7005 1540 0280 4362 47
BIC: BYLADEM1DAH
Verwendungszweck: Erdbeben

Im Juni 2021 wurde damit begonnen eine Mauer um das Farmgelände von SEED zu bauen, die Mauer soll helfen die Farm vor dem Zugriff Fremder zu schützen.
Dieses Projekt unterstützen wir aktuell, um SEED zu helfen, kein Land zu verlieren.
Durch die Mauer kann das Land besser gesichert werden.

Manuel hat uns diese Woche aktuelle Bilder geschickt auf denen zu sehen ist, wie die Studenten gemeinsam Reis auf den Feldern anbauen

Im August hat der Aufbau des neuen Gebäudes begonnen und schreitet seitdem, trotz der aktuell schwierigen politischen Situation gut voran. Im Untergeschoss werden der Laden und das Büro/Copycenter untergebracht. Im Obergeschoss sollen die neuen Klassenräume entstehen, damit alle Schüler untergebracht werden können und das Chemielabor, das aktuell als Ausweich-Klassenzimmer benutzt wird, wieder seinen eigentlichen Zweck erfüllen kann.

Kurzer Reisebericht aus Haiti

Im Januar 2019 haben sich Markus, Heidi, Daniel und Ruth auf den Weg nach Haiti gemacht, um bei S.E.E.D vor Ort mit anzupacken.
Für die Schüler wurden während des Aufenthalts einige Mehrfachsteckdosen angebracht, damit möglichst viele von Ihnen gleichzeitig ihre elektronischen Geräte laden können. Für einige Studenten ist die Schule die einzige Möglichkeit ihr Handy und andere Geräte aufzuladen um erreichbar zu bleiben. Aufgrund fehlender Infrastruktur ist dies zu Hause oft nicht möglich, da viele Haushalte nicht, oder zumindest nicht dauerhaft mit Strom versorgt sind. Für den Notfall sind Handys die einzige Kommunikationsmöglichkeit.

Vorhandene Maschinen wie Motorsägen, Freischneider, Traktoren und viele weitere wurden wieder einsatzfähig gemacht. Einige dafür nötige Ersatzteile wurden direkt aus Deutschland mitgebracht, da diese in Haiti nicht immer leicht zu beschaffen sind. Die Vorbereitungen für den Bau des neuen Gebäudes wurden in Angriff genommen. Es handelt sich dabei um ein Verkaufsgebäude für die Waren die auf der Farm erzeugt werden. Im oberen Geschoss werden weitere dringend benötigte Klassenzimmer untergebracht.
Um genügend Platz für das neue Gebäude zu schaffen mussten einige Bäume und Sträucher beseitigt werden und ein Eisenzaun abgebaut werden.

Auch die Arbeit auf der Farm wurde unterstützt und beispielsweise Eier gesäubert und in die Läden ausgefahren.

In Duchity wird aktuell eine weitere kleine Farm aufgebaut um dort weitere Pflanzen-Sorten anzubauen. Die Farm liegt in den Bergen wodurch sich neue Möglichkeiten ergeben, was den Anbau von Obst und Gemüse betrifft, da hier ein anderes Klima herrscht. Duchity ist etwa eine bis eineinhalb Stunden Fahrtzeit entfernt von der Hauptfarm bei S.E.E.D. Durch die höhere Lage ist es dort wesentlich kühler und so wird es möglich, manche Sorten anzubauen, denen es in niedrigeren Lagen sonst zu warm/trocken wird. Im Januar wurden hier vor allem Kaffee-Setzlinge gezogen um diese dann auszupflanzen, da Kaffee in Höheren Lagen ein besseres Aroma entwickeln soll. Aber auch Paprika, Salat, Bananen, Kartoffeln und viele weitere Pflanzen werden in Duchity angebaut.
Auf dem Weg nach Duchity befindet sich auch noch eine „wilde“ Avocado Plantage die erst noch richtig erschlossen werden muss. Dort wachsen auch einige Orangen und Bitter Orangen. Das ernten der Orangen fiel uns hier noch etwas schwer, da es noch keine Wege zu den Bäumen gibt.

Doris und Frantz haben uns einige Orte/Landschaften Haitis gezeigt und uns das Land mit vielen wunderschönen und vielseitigen Orten  näher gebracht. Oftmals ist auch die Zerstörung durch das schwere Erdbeben und die Wirbelstürme noch sichtbar. Die Landschaft Haitis ist sehr vielseitig und durch viele Berge geprägt, der Höchste Berg ist der Pic la Selle mit 2674 Metern. Durch die immer wieder angespannte politische Situation in Haiti ist es nicht immer einfach und es geht oft zwei Schritte vor und einen wieder zurück. Dieser Effekt wird durch die oft heftigen Tropenstürme leider noch verstärkt.  Daher ist der Weg oft mühsam aber wichtig um den Menschen vor Ort ein besseres Leben zu ermöglichen und gemeinsam zu lernen wie man die vorhandenen Ressourcen besser nutzen kann.
Die Reise hat uns noch einmal verdeutlicht wie wichtig die Unterstützung dieser Arbeit ist um den jungen Menschen in Haiti eine Perspektive zu geben. Es ist schön zu sehen, wie viele junge Menschen hier wichtige Erfahrungen sammeln können und motiviert sind sich eine eigene Zukunft aufzubauen.

Auch Wochen nach dem Hurricane sieht es in Haiti nach wie vor schlimm aus. Doris hat uns neue Bilder zum aktuellen Zustand des Landes geschickt. Hier auch ein Auszug aus ihrer letzten Rundmail:1-pastor-lotins-schule

Wir möchten Euch von  ganzem Herzen für Eure Gebete und Gaben danken. Wir freuen uns riesig darüber, daß es uns möglich ist, mitzuhelfen. Wir konzentrieren uns jetzt auf die Gegenden, wo wir vertrauenswürdige Leiter kennen, damit wir sicher gehen können, daß die Sachen auch wirklich da ankommen, wofür sie bestimmt sind. Bis jetzt haben wir Planen, Wellblech, Reis, Bohnen, Speiseöl und Chlorox verteilt. Wir arbeiten mit einem Unternehmer zusammen, der den Betroffenen die Hilfsgüter aushändigt, die wir vorher bezahlt haben. Damit vermeiden wir, Sachen bei SEED zu lagern und dadurch eine Versuchung für Diebe zu werden. Wir danken Gott, daß er uns bis jetzt bewahrt hat.
Eine Gegend heißt Duchity und SEED hat eine kleine Farm da. Wir haben leider die Ernte fast ganz verloren, aber das Betonhaus steht noch und immer noch leben einige Familien dort. Zusammen mit der Kirchengemeinde vor Ort versuchen wir, diesen Familien wieder Wohnmöglichkeiten zu schaffen. Die andere Gegend ist in St. Jean, wo wir ein Agrar-Forstwirtschaftsprogramm haben. Da wir diese Verantwortlichen schon seit über 10 Jahren kennen, ist es nicht schwer, dort mitzuhelfen. Überall ist Not und oft ist es schwierig zu wissen, wo man denn anfangen soll. (Mail vom 12.11.16)